Monatsarchiv für Januar 2007

Design Styles

Vor Weihnachten hatten wir an der Uni eine Marathon-Designvorlesung. Abgesehen davon dass sie zwar etwas ermüdend, aber sehr interessant und in vielen Dingen geradezu erleuchtend war, ist eine Sache besonders hängengeblieben: Styles.

Was ein Unwort für fast jeden Designer ist — denn Styling ist was für Turnschuhanpinsler und Inneneinrichter — entpuppt sich als ernstzunehmende Design-Disziplin. Styles sind keineswegs der natürliche Feind der Usability und das Gegenteil des Funktionalismus, sondern haben eine Design-Funktion: Einen hohen optischen Reiz bei einer spezifischen Zielgruppe zu schaffen.

Style ist gleichbedeutend mit “Skin”, Oberfläche oder Haut, also die Gestaltung von Dingen ohne das Wesen des Objekts direkt mit einzubeziehen oder seine Struktur zu verändern. Skins gibt es z.B. für MP3-Player auf dem Rechner. Wenn man hier weiterdenkt, hat jede Anzeigenkampagne, jeder trendige Look seinen speziellen Style.

Der Dozent hat einige trendige Styles der letzten Jahre mal analysiert und so einen Katalog geschaffen. Vom Hello-Kitty-Japano-Cute-Style bis zur Retro-Romantik findet man so Blaupausen, die sich beliebig mixen und kombinieren lassen. Auf dieser Idee aufbauend haben Design-Studenten auf der Mathildenhöhe mal ganze Style-Reihen fabriziert und ihnen generische Namen gegeben (z.B. Style AG003) und versucht, bekannten Motiven einen neuen Style zu geben. Leider habe ich gerade die Slides nicht da, aber es war schon faszinierend zu sehen, wie bespielsweise der Strellson-Werbung nach einem bestimmten Muster ein neuer Style verliehen wurde.

Toll, mit offenen Augen in der Welt herumzulaufen, um beim Betrachten der x-ten Plakatwerbung zu sagen: “Alles klar, das ist ein “anti-trend, AG034.”

Das Blogging-Experiment geht weiter

Bin mal wieder mehr und mehr von den Vorzügen des Bloggens überzeugt. Und jetzt in Deutsch geht es einfach flüssiger von der Hand. Bin halt doch in diesem Kulturkreis aufgewachsen, obwohl ich meine irischen Wurzeln natürlich nicht verleugne. Hach, vielleicht entscheide ich mich ja doch für ein Social Software-Thema für meine Diplomarbeit…

Dumm nur, dass es in meinem direkten Freundeskreis so gut wie keine Blogger gibt. Wie war das, habt ihr euer real existierendes soziales Netzwerk in die digitale Welt übertragen, oder wart ihr am Anfang ganz alleine und habt dann sukzessive im digitalen Raum euer Netzwerk ausgebaut? Würde mich über Kommentare diesbezüglich freuen.

Hausarbeit: “Das Blogging-Phänomen”

Bevor sie in einer digitalen Ecke verstaubt, möchte ich eine Hausarbeit, die ich letztes Semester geschrieben habe, nun hier veröffentlichen. Das Thema des Kurses war Technikfolgenabschätzung, und ich hatte mich für das Hausarbeitsthema “Das Blogging-Phänomen und die Folgen” entschieden.

Ihr könnt sie hier herunterladen (237 KB). Auszug aus dem Abstract:

Das Interessante an der „Medienrevolution“ ist, dass sie von unten nach oben geschieht, sie also nicht beispielsweise von einem Software-Monopolisten ausgeht. Soziale Software unterstützt den Einzelnen, der sich mit anderen zusammentut, um bestimmte Ziele zu erreichen. Besonders Blogs (kurz für Weblogs) haben sich in jüngster Vergangenheit zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für etablierte Medienformen entwickelt. Diese Arbeit beleuchtet Ursprünge, Merkmale und verschiedene Nutzungsgewohnheiten von Weblogs und stellt die Weblogs in den Kontext des sich wandelnden Web und des Social-Software-Phänomens. Am Ende soll die Frage erörtert werden, ob Blogs unsere Medienlandschaft verändern können und welche Auswirkungen dieses relativ neue Phänomen auf jeden Einzelnen, die Netzkultur und die Gesellschaft insgesamt hat.

Ist schon etwas älter (Juni 2006), aber für den ein oder Anderen vielleicht interessant. Besonders geholfen hat mir das Buch Die neuen Meinungsmacher vom Autorenduo Zerfaß/Boelter. Vieles davon ist in meine Arbeit eingeflossen, ebenfalls eine grosse Inspiration war die Diplomarbeit von Johannes Kleske.

Happy New Year

Ein schönes und erfolgreiches neues Jahr wünsche ich euch allen! Das vergangene Jahr war schwierig und turbulent; in allen Herausforderungen war Gott aber spürbar da, mit Wegweisung, Trost, seinem Frieden und seiner Gnade. Unser Spruch für das neue Jahr ist Psalm 34,5-6:

Als ich den Herrn um Hilfe bat, antwortete er mir und befreite mch von meinen Ängsten. Wer zum Herrn aufschaut, der strahlt vor Freude, und sein Vertrauen wird nie enttäuscht.