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Schwedischer Nu-Jazz

aer007Absolut fantastisches Release: “Adjusted for low noise tape EP” vom schwedischen Ensemble Bluebridge Quartet. Ich bin begeistert, in welche Richtung sich das Netlabel aerotone entwickelt. Die Compilation “electronica unplugged 2” (mit genialem Coverdesign) war ja schon ziemlich gut und hat anklingen lassen, dass man sich von IDM mit großen Schritten wegbewegt, aber dass der Schnitt so konsequent wird, hätte ich nicht gedacht. Nun gibts akustischen Jazz mit Triphop-Anleihen vom Feinsten um die Ohren. Unbedingt anhören!

Über den Berg

Zweieinhalb Wochen vor Abgabe habe ich das Gefühl, dass ich über den Berg bin, wie man so schön sagt. Habe eben den inhaltlich anspruchsvollsten Abschnitt der Diplomarbeit hinter mich gebracht und atme erst einmal auf. Fehlt noch die Erstellung eines HTML-Klickdummies für das User Testing und der Rest… bin jetzt bei über 90 Seiten, am Ende werden es bestimmt mindestens 120-130 sein – Anhang ausgenommen.

Ich bräuchte noch ganz dringend Freiwillige für das Gegenlesen/Lektorat. Falls jemand also soetwas gerne macht und nebenbei neue, (hoffentlich) freshe Ideen zum Thema Communities und Wissensrepräsentation für eine ganz spezielle Anwendung mitnehmen will, bitte meldet euch bei mir.

[Update: Danke fürs Interesse. Ich komme auf euch zurück.]

Netlabel: Autoplate

Autoplate LogoDiesmal stelle ich Euch nicht nur ein einzelnes Release vor, sondern gleich ein ganzes Label. Autoplate ist ein Sublabel von Thinner und sehr stark in der Ambient-Ecke angesiedelt, obwohl die Releases öfters mal bewusst Genregrenzen überschreiten, was ich gut finde. So gab es in letzter Zeit viele Veröffentlichungen mit Gitarrenelementen, was mit den üblichen Flächen und Drones teilweise richtig gut klingt.

Lieblingsplatten gibt es einige von Autoplate. Eine, die auch was für Leute ist, die sonst mit Ambient nicht viel am Hut haben, ist sicherlich (Release-Nummer) APL041 “Colpi di Sole” von Fernando Lagreca. Sommerliche Klänge, Vocoderstimme, relativ poppig, erst später geht es stärker Richtung Ambient. Insgesamt auch musikalisch gelungen!

Eine geniale Atmosphäre zaubert “Tiefe Berge” (APL036) von Netmusic-Veteran Emil Klotzsch in Eure Zimmer. Emil war in Schottland und hat dort allerlei Atmosphären, Klangelemente usw. aufgesammelt und sie zu einem stimmigen Ganzen gemischt. Anfänglich ist der Sound majestätisch-erhaben, später wirds etwas frickliger und es bilden sich Beatstrukturen heraus.

“Caustic Light” (APL033) des kanadischen Künstlers Jason Corder (unter seinem Moniker Off The Sky) ist eine Ambient-Perle reinsten Wassers. Verträumt, wie ein Gemälde, erzählt es eine Geschichte. Die Gitarren- und Glitch-Elemente passen hier sehr gut. Ebenfalls gitarrenlastig (jedenfalls für Ambient-Verhältnisse) ist das allerneuste Autoplate-Release “A Summer Frost And A Winter Thaw” (APL043). Es handelt sich dabei um Remixes von Originalen von Arrial. Einige sehr nice Stücke dabei, die auch durchaus ein wenig experimenteller sind.

Zuguterletzt ein sehr populäres Release: “Music for Pictures” (APL034) von Motionfield ist warmer, klassischer Ambient, der aber in den Stücken mit einem erstaunlichen Detailreichtum aufwartet.

So, ich hoffe, ich habe Lust aufs downloaden gemacht. Könnte noch einige weitere Anspieltipps geben, aber das würde den Rahmen eines Postings etwas sprengen. Ich bin übrigens der festen Übezeugung, dass Netaudio-Perlen noch viel zu unbekannt sind und die Stücke durchaus einem breiteren Publikum zugeführt werden sollten.

Vortrag zum Thema Interface Design

Garrett Dimon hat auf seinem Blog die Folien seines Vortrags anlässlich der “Web Visions 2007”-Konferenz hochgeladen. Erwähnenswert deshalb, weil es eine gute Zusammenstellung von Ideen, Beispielen und Zitaten zum Thema Interface Design ist. Hoffentlich lädt Garrett auch bald seinen Audiovortrag hoch. Er ist anscheinend ziemlicher Fan von 37signals, nur so lässt sich der Reichtum an Beispielen dieser Kreativschmiede erklären.

Angetan hat es mir besonders folgendes Zitat:

Too many companies separate design, development, copywriting, support, and marketing into different silos. While specialization has its advantages, it also creates a situation where staffers see just their own little world instead of the entire context… — Getting Real, 37signals

Da fühlt sich ein MSDler wieder einmal auf seinem Weg bestätigt ;-)

Sporadisches posten

Es kam, wie es kommen musste: Die Diplomarbeit verschlingt mich, zumindest, was den zeitlichen Aufwand angeht. Leider wird dadurch auch, wie ihr euch schon bestimmt gedacht habt, die Frequenz meiner Blogposts beeinflusst. Ich bitte um Verständnis. Sehr bald werde ich – quasi als Lückenfüller – hier ein paar Netmusic-Neuentdeckungen posten, da ich mir zur Berieselung während der Arbeit in letzter Zeit ziemlich viel Netmusic heruntergeladen habe. Stay tuned!

Macbook + Externer Bildschirm = Produktivität^2

Es ist doch wahr, was Edward Tufte sagt: Die Auflösung der Ausgabemedien und damit die Informationsdichte ist ein entscheidender Faktor. Besonders für die Produktivität.

Bis vor kurzem habe ich noch mit der eingebauten Tastatur und dem eingebauten Screen des Macbook gearbeitet, obwohl ich gewusst habe, das es langsam eng wird. Es ist ja auch so, dass mein Macbook mehr und mehr meinen stationären PC als Arbeitsgerät ablöst. Von diesem habe ich noch eine Maus und einen schönes 19”-TFT. Was liegt also näher, sich einen Mini-DVI auf DVI-Adapter und ein Wireless Keyboard zu holen, um das Macbook anzuschliessen? Eigentlich nichts. Aber abgeschreckt durch ein vormaliges Experiment mit dem Mini-DVI auf VGA-Adapter, der eine bescheidene Bildqualität lieferte, hab ich diese Option wohl verdrängt.

Gestern ist der Adapter angekommen, und es ist in der Tat ein neues Arbeitserlebnis. Soviel Platz auf dem Screen und nicht mehr die krasse Einschränkung in der Horizontalen. Das Macbook betreibe ich im sog. Clamshell-Modus, bei dem der Deckel zu bleibt. Wenn ich auf dem Wireless Keyboard (übrigens auch toll) eine Taste drücke und das MB an den Strom angeschlossen ist, wacht es auf und benutzt nur den externen Bildschirm in der nativen Auflösung (1280×1024).

Hat sich also voll gelohnt, das ganze. Habe nur die Angst, dass es bei geschlossenem Deckel ein wenig heiss wird und dem Screen auf Dauer schaden könnte. Habt Ihr Erfahrungen mit dem Clamshell-Modus?

Wenn ein Stargeiger in der B-Ebene spielen würde…

…dann würde das vermutlich keinen jucken, schon gar nicht im betriebsamen Frankfurt.

Interessantes Experiment: Die Washington Post wollte herausfinden, ob herausragende künstlerische Leistungen auch ausserhalb ihres gewohnten Kontextes (ihr wisst schon: Opern, Konzerte, Veranstaltungen…) als solche wahrgenommen werden. Dazu spielte Joshua Bell, gar nicht unbedingt so stark inkognito, in der Metro als Strassenmusiker.

Das Resultat findet Ihr bei der Washington Post (inkl. Videoclips). Längerer Artikel, aber sehr gut geschrieben und lesenswert.

Ruby

RubyHaltet mich für verrückt, aber ich bin jüngst auf den Ruby-Zug aufgesprungen. Das hatte ich mir schon mehrere Monate überlegt, aber immer wieder verschoben. Offengestanden hat mich auch die Syntax von Ruby ein bisschen irritiert (ich habe einen Java-Background), aber nach einigen Demos, ‘ner Installation und Experimentieren finde ich Ruby — und natürlich Ruby on Rails — richtig gut. Neben mir liegen nun zwei dicke Ruby-Wälzer, für die ich richtig Kohle gelassen habe. Aber seis drum, ich finds toll :-) Last, but not least: Nach meinen Recherchen ist Ruby für das, was ich für das Diplom vorhabe, neben Java die beste Lösung.

Java hat eine statische Typisierung, Ruby (und andere Skriptsprachen wie PHP) eine dynamische. Das heisst: Der Compiler (im Fall von Java) achtet bei der Kompilierung des Programmes strikt drauf, ob der Typ einer Variable auch tatsächlich bekannt ist. Bei Ruby muss das nicht der Fall sein und man muss mehr aufpassen, da diese Überprüfung zur Übersetzungszeit wegfällt. Entscheidend ist jedoch das Laufzeitverhalten in der Praxis; bei Java schmeisst man meist Objekte in einen (oft generischen) Objektcontainer, und dann muss man sich sowieso andere Methoden überlegen, um sicherzustellen, dass Objekte bestimmte Typen aufweisen.

Bei Ruby läuft das stark auf das Unit testing, eine Methode des Softwaretests, hinaus, was wiederum sehr stark mit dem Agile Programming-Paradigma zusammenhängt. Das gefälllt mir, denn genau das (Rapid Application Testing als Teil des Agile-Ansatzes) haben wir jüngst in unseren Informatikvorlesungen gehabt und für sinnvoll befunden. Kerngedanke hierbei ist — korrigiert mich, wenn ich falsch liege – möglichst schnell, in aufeinanderfolgenden Iterationen und nah am Nutzer Software zu erstellen.

Habt ihr schon Erfahrungen mit Ruby oder Ruby on Rails gemacht? Ich bin ganz Ohr…

Das ist Leben

In einem evangelischen Kirchenblättchen gefunden:

Zu wissen,
dass man es nicht schaffen wird;
zu wissen,
dass man nicht überall sein kann;
zu wissen,
dass man nicht immer die richtigen Worte findet;
zu wissen,
dass man versagen wird;
zu wissen,
dass man trotzdem geliebt und angenommen ist
und so freudig den neuen Tag beginnen
und bereit sein, ihn zu erleben.
Das ist Leben!

- Reinhard Ellsel

Habe nicht so den Bezug zur evangelischen Landeskirche, aber das Gedicht ist wunderschön.

Das nächste grosse Ding

In ihrem — übrigens sehr lesenswerten — Blog apophenia schreibt Danah Boyd über die Zukunft des Webs. Dabei skizziert sie in groben Zügen, wie soziale Strukturen über die Zeit entstanden sind und wie sich das Netz gewandelt hat und kommt zum folgenden interessanten Schluss:

We finally have a world wide WEB of people, not just documents. When i think about what’s next, i don’t think it’s going more virtual, more removed from everyday life. Actually, i think it’s even more connected to everyday life. We moved from ideas to people. What’s next? Place.

Bin mir nicht sicher, ob ich mit dieser Einschätzung übereinstimme — “place” ist eher ein abstraktes, technisches Konzept, und ich sehe noch nicht, ausser der offensichtlichen Vereinnahmung der Dimension “Ort”, wo darin der direkte Nutzen besteht. Eine andere Richtung ist die des “Semantic Web” — Rechner den Inhalt des Webs verstehen zu lassen und nicht nur jede Menge Content bereitzustellen. Wer weiss, vielleicht ist das nächste große Ding ja auch etwas ganz anderes oder einfach nur, bestehende Dinge für den Menschen bedienbarer und zugänglicher zu gestalten.

Cool fand ich jedenfalls ihren kleinen Seitenhieb auf Second Life (”I don’t think it’s going more virtual”)… :-)